Vergiftungen durch gefährliche Ausgasungsquellen im Wohnraum

Januar 1st, 2010 von admin

Schadstoffe in der Raumluft können nicht nur Allergien auslösen, sondern auch Vergiftungen zur Folge haben. Insbesondere Bauteile aus Asbest sowie diverse Holzschutz-, Binde- und Lösemittel stellen eine potentielle Gefahrenquelle dar. Mitunter führen Dioxin- und Furaneausdünstungen aus solchen Stoffen zu schweren gesundheitlichen Schäden. Teile, die vor 1980 verbaut wurden, sind oftmals formaldehydbelastet.

Die wichtigsten Ausgasungsquellen für Formaldehyd in Innenräumen sind aus Spanplatten, Sperrhölzern und Tischlerplatten hergestellte Verkleidungen, Böden, Türzargen und Möbel, Dämmplatten und Teppichrücken aus Schaumstoff sowie Spachtelmasse, Kleber, Farben und Lacke.

Formaldehyd wird in erster Linie über die Atmung, aber auch über die Haut und den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Formaldehydausgasungen können nicht nur zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche führen sowie Schleimhautreizungen, Hautallergien und Haarausfall hervorrufen, sondern auch Schädigungen der Atemwege, des Immun- und Nervensystems zur Folge haben. Darüber hinaus besteht die Annahme, dass Formaldehyd krebserzeugend, erbgutverändernd und fruchtbarkeitsschädigend wirkt.

Verunreinigte Holzschutzmittel sind besonders gefährlich

Auch pentachlorphenolhaltige Holzschutzmittel können einige Jahrzehnte lang die Raumluft vergiften. Wenn der Holzschutz zusätzlich Furane oder Dibenzo-p-Dioxine abgibt, kann es sogar zu Ausgasungen über mehrere Jahrhunderte hinweg kommen. Solche Giftstoffe befinden sich nicht nur in der Raumluft, sondern lagern sich auch in Wohntextilien ein.

Die Anzeichen von Vergiftungen durch Holzschutzmittel sind ebenso unspezifisch wie die gesundheitlichen Auswirkungen von Formaldehyd. In mehr oder minder schwerer Form kann es zu Augen- und Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Konzentrations- und Leistungsschwäche sowie zu einer erhöhten Infektanfälligkeit kommen. Auch hier besteht der Verdacht, dass sich die Gifte negativ auf die Fruchtbarkeit von Mann und Frau auswirken.

Eine Analyse bringt Gewissheit

Besteht der Verdacht, dass diverse Materialien schädliche Gase in erhöhter Konzentration abgeben, sollte ein Labor konsultiert und der Wohnraum chemisch analysiert werden. Proben können aus der Raumluft, direkt aus verdächtigen Stoffen, aber auch aus Hausstaub gewonnen werden. Luftmessungen sind in der Regel kostenintensiver und weniger aussagekräftig als die Analyse von Materialproben oder die Untersuchung des Hausstaubs.

Beseitigung schadstoffbelasteter Baustoffe

Eine wirkungsvolle Minderung oder Beseitigung der Schadstoffbelastung ist zumeist nur unter sehr hohem Aufwand möglich. In der Regel ist es von Nöten, alle direkt und indirekt verseuchten Bauteilschichten sowie kontaminiertes Wohnungsinventar zu entfernen. In einzelnen Fällen kann auch die nachträgliche Versiegelung ausgasender Bauteile hilfreich sein.

Prinzipiell sollten die entsprechenden Maßnahmen nur durch fachkundige Unternehmen durchgeführt werden. Die Gefahr den eigenen Körper schwer zu vergiften, ist sehr groß, wenn unsachgemäß mit Brecheisen und Schleifmaschine gearbeitet wird.

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