LOS ANGELES (ple). Per Zufall haben US-Forscher entdeckt, dass die Blockade eines Stress-Hormons Haare wieder sprießen lässt.
Ursprünglich wollten Wissenschaftler um Dr. Million Mulugeta aus Los Angeles herausfinden, wie sich Stress auf gastrointestinale Funktionen auswirkt. Sie testeten in ihren Versuchen mit Mäusen einen Hemmstoff des Hormons CRF (corticotropin-releasing factor), das Astressin-B (PLoS One 2011; 6 / 2: e16377).
Der Hemmstoff ist ein lang wirkendes Eiweißmolekül, das den CRF-Rezeptor auch in den Haarfollikeln blockiert. Die Tiere, die als Stress-Modell gelten, waren genetisch so verändert, dass sie das Stress-Hormon CRF übermäßig ausschütteten. Sie hatten zudem starken Haarausfall. Überraschenderweise bekamen die Tiere, die den Hemmstoff erhielten, wieder ein dichtes Fell.
Weil chronischer Stress Haare nicht nur ergrauen lässt, sondern auch zum Haarausfall führen kann, wollten die Forscher nun prüfen, ob sich die Alopezie durch den Antagonisten wirklich aufhalten oder sogar rückgängig machen lässt.
weiterlesen… »
Männer mit sehr frühem Haarausfall erkranken nach einer französischen Studie häufiger an Prostatakrebs. Wer schon mit 20 Jahren die ersten kahlen Stellen auf dem Kopf bemerke, könne deswegen eventuell von einer Früherkennung profitieren, schreiben Forscher in der Fachzeitschrift «Annals of Oncology». Männer, denen erst mit 30 oder 40 Jahren die Haare ausgingen, hätten dagegen nach ersten Erkenntnissen kein erhöhtes Risiko, im späteren Verlauf des Leben ein Prostatakarzinom zu entwickeln.Die Wissenschaftler um Philippe Giraud hatten für ihre Studie 388 Männer mit Prostatakrebs befragt und die Ergebnisse mit denen einer Befragung unter 281 gesunden Männern verglichen. Erkrankte Untersuchungsteilnehmer hatten doppelt so häufig bereits Anfang 20 Haarausfall wie nicht Betroffene.
«Bislang gibt es keinen eindeutigen Hinweise darauf, dass eine Prostatakrebs-Früherkennung für die gesamte männliche Bevölkerung sinnvoll ist», kommentierte Giraud. «Deswegen müssen wir einen Weg finden, um diejenigen Männer mit einem hohen Risiko zu identifizieren.» Um den frühen Haarausfall als Risikofaktor zu bestätigen, seien aber weitere Forschungsarbeiten notwendig.
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie ist das Prostatakarzinom in Deutschland mit jährlich rund 60 000 Neuerkrankungen der häufigste bösartige Tumor beim Mann. Obwohl überwiegend ältere Männer betroffen sind und die Erkrankung selten rasch zum Tode führt, sterben in der Bundesrepublik jedes Jahr mehr als 11 000 Patienten daran.
——————–
Artikel auf: bionity.com